Zivilcourage oder moderner Pranger?
Die Millionen-Maschine der Berufs-Aktivisten
Alles AfD oder was? Der digitale Pranger der Berufs-Aktivisten

4,25 Millionen Unterstützer, 24,6 Millionen Euro Budget und eine Kampagne, die an die dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte erinnert: Wie die NGO Campact mit moralischer Nötigung Politik macht.
Berlin, Alexanderplatz. Eine riesige Projektion leuchtet an einer Hausfassade: „Alles AfD oder was?“. Darunter der Name von Theo Müller, dem 86-jährigen Patriarchen hinter dem Müllermilch-Imperium. Der Vorwurf: Er unterstütze die rechtsextreme AfD.
Die Anatomie der „Kontaktschuld“
Wie die BILD heute berichtet, setzt sich Müller nun juristisch zur Wehr. Sein Anwalt Christian Schertz stellt klar: Müller hat die AfD nie finanziell unterstützt. In einem viel zitierten Interview mit der NZZ distanzierte er sich bereits 2023 von rechtsextremen Parolen und forderte sogar Grundrechte-Entzüge für radikale Köpfe.
Doch Campact reicht das nicht. Die Logik der NGO: Wer mit Alice Weidel befreundet ist und sich nicht im von Campact diktierten Wortlaut distanziert, wird öffentlich markiert.
Historische Parallelen: Ein Mechanismus der Angst
Man muss es klar aussprechen: Die Methode, Privatpersonen oder Unternehmer aufgrund ihrer privaten Kontakte öffentlich zu stigmatisieren und wirtschaftlich zu bedrohen, folgt einem gefährlichen Muster.
Wenn eine Organisation mit Millionen-Budget dazu aufruft, Produkte zu meiden, weil der Inhaber „falsche“ Freunde hat, ist der Weg zum historischen „Kauft nicht bei...“ der Nationalsozialisten erschreckend kurz.
- Damals wie heute: Die Markierung des „Feindes“ im öffentlichen Raum.
- Damals wie heute: Der Versuch, durch sozialen und wirtschaftlichen Druck Konformität zu erzwingen.
- Damals wie heute: Die Nutzung von Angst als Mobilisierungswerkzeug.
Es geht Campact nicht um Diskurs, sondern um die Vernichtung der bürgerlichen Existenz durch moralische Ächtung.
Wer zieht die Fäden? Das NGO-Vakuum
Ein Blick auf die Führungsebene von Campact zeigt ein interessantes Muster. Während sie über die Wirtschaft urteilen, haben die Köpfe dahinter selten einen Fuß in diese gesetzt:
NameHintergrundNGO-KarriereChristoph BautzDiplom-BiologeGründer von Attac & Campact. Rein im NGO-Sektor tätig.Dr. Felix KolbPolitikwissenschaftlerDissertation über soziale Bewegungen. Berufs-Aktivist.Dr. Astrid DeilmannJournalistinWechselte früh zum WWF und dann zur Campact-Spitze.Daphne HeinsenDiplom-VolkswirtinDie einzige mit Führungserfahrung in der freien Wirtschaft.
Hier trifft eine akademisch-aktivistische Elite, die ihr Einkommen aus Spenden generiert, auf Unternehmer, die reale Arbeitsplätze und Wertschöpfung schaffen. Dass Campact bereits 2019 die Gemeinnützigkeit entzogen wurde, weil sie eben keine Bildung betreiben, sondern rein politisch kampagnisieren, wird dabei oft vergessen.
Das Geschäftsmodell Empörung
Campact ist eine hocheffiziente Maschine.

Im Jahr 2024 nahm der Verein über 24 Millionen Euro ein. Geld, das direkt in die nächste Polarisierungs-Welle fließt.
Das Campact-Geflecht: Eine geschlossene Kreislaufwirtschaft?
Wer glaubt, Campact sei lediglich ein loser Verein von Freiwilligen, unterschätzt die strategische Finanzkraft. Die Organisation hat ein System geschaffen, in dem Spandengelder nicht nur für Plakate, sondern für den Aufbau eines massiven politischen Vorfeldes genutzt werden.
1. Die Demokratie-Stiftung Campact: Das Finanz-Silo
Nachdem Campact e.V. 2019 die Gemeinnützigkeit verlor, wurde die Demokratie-Stiftung Campact zum zentralen Instrument. Sie ist gemeinnützig und dient als steuerbegünstigter Hafen für Großspender.
Die Verteilung der Mittel (Beispiele aus dem Netzwerk): Das Geld bleibt oft „in der Familie“ oder fließt an Organisationen, die exakt die gleiche Agenda verfolgen. Gefördert werden unter anderem:
- HateAid: Fokus auf digitale Gewalt – ein wichtiges Instrument, um unliebsame Stimmen im Netz juristisch zu belangen.
- FragDenStaat: Ein Projekt, das staatliche Behörden unter Druck setzt.
- Innstitut: Ein Think Tank, der die theoretischen Grundlagen für die Kampagnenarbeit liefert.
- Lokale „Bündnisse gegen Rechts“: Hier wird die Basis für die Mobilisierungen vor Ort geschaffen.
2. Der „Self-Service“ der Vorstände
Interessant ist die personelle Verflechtung. Die Vorstände von Campact e.V. sitzen oft gleichzeitig im Stiftungsrat der Demokratie-Stiftung.
- Christoph Bautz und Felix Kolb kontrollieren sowohl die ausführende Kampagnen-Maschine als auch den Geldtopf der Stiftung.
- Zudem gründeten sie die Bewegungsstiftung, die wiederum Projekte wie Attac finanzierte – die Geburtsstätte ihrer eigenen Karriere.
3. Kritik: Die „Spenden-Blase“
Kritiker wie der Wirtschaftswissenschaftler und Publizist Sahra Wagenknecht oder konservative Ökonomen werfen diesem System vor, eine „NGO-Industrie“ erschaffen zu haben.
- Keine Wertschöpfung: Das Geld zirkuliert zwischen wohlhabenden Spendern aus dem urbanen Milieu und Berufs-Aktivisten.
- Agenda-Setting durch Kapital: Wer die meisten Spenden sammelt, bestimmt, welches Thema (z.B. Müller-Milch) zur „nationalen Krise“ hochstilisiert wird.
Wusstest du schon? Während Campact Transparenz von Unternehmen fordert, ist die eigene Struktur hochkomplex. Durch die Aufteilung in Verein (politisch scharf) und Stiftung (steuerbegünstigt) wird ein hybrides Modell gefahren, das maximale Schlagkraft bei minimaler steuerlicher Belastung ermöglicht. Ein Privileg, das Theo Müller für seine private politische Meinung nicht genießt.
Fazit: Demokratie braucht Freiheit, keinen Zwang
Engagement ist wichtig. Aber wenn Engagement in moralische Nötigung umschlägt, wenn private Freundschaften zum Kündigungsgrund für die gesellschaftliche Teilhabe werden, dann verlassen wir den Boden der liberalen Demokratie.
Was denkst du? Ist Campact ein notwendiges Korrektiv oder eine Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden? Ist der Vergleich mit historischen Stigmatisierungsmethoden gerechtfertigt, wenn NGOs den öffentlichen Pranger nutzen?
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Über den Autor: Jonathan Falk
Jonathan Falk ist ein international veröffentlichter Autor und politischer Analyst. Seine Werke, darunter „Firr the Holy Land“ (erschienen in Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch), zeugen von seinem tiefen Verständnis für globale Konflikte und ideologische Machtstrukturen.
In seinen aktuellen Büchern wie „Feindbild AfD“, „Die Lüge vom Frieden“ und „Verrat an der Freiheit“ setzt er sich kritisch mit der zunehmenden Polarisierung der Gesellschaft und der Erosion bürgerlicher Freiheiten auseinander. Von seinem Wohnsitz in der Schweiz aus beobachtet er mit scharfem Blick die politischen Entwicklungen in Deutschland und analysiert die Mechanismen von Macht, Moral und Medien.
Falk gilt als Stimme, die dort nachhakt, wo andere aus Sorge um politische Korrektheit schweigen.